Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften Universität Kassel Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften

 



Fachgebiet Bodenkunde
Department of Soil Science

 
 
Forschung
 Promotionen
   

Laufende Forschungsprojekte


Vergleich der Bodenbearbeitungssysteme Pflug und Dammkultur (nach TURIEL) unter besonderer Berücksichtigung der Stickstoffmineralisation und der Qualität des Erntegutes
(MÜLLER, E. und WILDHAGEN, H.)
Auf dem seit 2002 laufenden Bodenbearbeitungsversuch auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen werden das Dammkultursystem nach Turiel und das konventionelle Pflugsystem untersucht und miteinander verglichen.
Es werden die räumlichen Strukturen bodenphysikalischer (Lagerungsdichte, Bodentemperatur), bodenbiologischer (mikrobieller Kohlenstoff und Stickstoff, Respiration) und bodenchemischer Parameter (mineralischer Stickstoff) in und auf den Dämmen bzw. den Furchen sowie in den Pflugparzellen dargestellt. Hinzu kommen Untersuchungen hinsichtlich pflanzenbaulicher Parameter wie Pflanzeninhaltstoffe und Erträge. Hierbei wird geprüft, ob und in wie weit das Dammsystem bessere Bedingungen für die Jugendentwicklung und das Wachstum der Pflanzen ermöglicht.

Projektdauer: 09/05 - 09/2008
Beprobung von Dauerbeobachtungsflächen zur Erfassung von Bodenveränderungen auf der Domäne Frankenhausen unter Berücksichtigung der Bewirtschaftungsänderung

Langfristiges Ziel des Projektes ist die Erfassung von Bodenveränderungen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen der Domäne. Da diese Veränderungen nur längerfristig feststellbar sind, dient die Auswahl, Einrichtung und Beprobung vorerst der Erfassung des Ist-Zustandes, die in Anlehnung nach vorliegenden Konzepten zu Boden-Dauerbeobachtungsflächen erfolgt. Darüberhinaus sollen nutzungsspezifische Bodenveränderungen untersucht werden. Diese seltene Gelegenheit ergibt sich, weil der Betrieb von der langjährigen konventionellen Wirtschaftsweise auf eine Bewirtschaftung nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus umgestellt wird. 

Projektdauer: 01/99 - 2008
 

Prognose der Bodenerosion im Ökologischen Landbau mit einem 3-dimensionalen Erosionsmodell.
Am Beispiel der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen sollen für die Erosionsberatung im Ökologischen Landbau bestehende Verfahren auf ihre Eignung überprüft werden. Hierzu werden in mehreren Arbeitsschritten die für die Böden des Betriebes spezifischen Bodenparameter erfasst, aktuelle Erosionsereignisse kartiert und das Erosionsmodell „Erosion 3D“ angewandt.
Folgende Bodenparameter werden erfasst:
- hochauflösendes digitales Geländemodell mittels DGPS
- Humusgehalte und Textur flächendeckend
Verfahren zur einfachen Erfassung der Bodenbedeckung und der Oberflächenrauhigkeit sollen erarbeitet werden.
Aktuelle Bodenerosionsereignisse werden nach der DVWK-Kartieranleitung erfasst, mit DGPS eingemessen und im GIS quantifiziert.
Abschließend erfolgt ein Vergleich der „realen“ (kartierten) Erosionsereignisse mit denen des Erosionsmodells „Erosion 3D“.

Laufzeit: Februar 2002 - 2006         


Abgeschlossene Forschungsprojekte


Nicht wendendes Bodenbearbeitungssystem im Ökologischen Landbau - Dammkultursystem Turiel
( BRANDT, M. )
In einem Exakt-Bodenbearbeitungsversuch werden optimierte Bodenbearbeitungssysteme konservierender Bodenbearbeitung im Vergleich zur konventionellen Bodenbearbeitung untersucht. Bei den untersuchten Bodenbearbeitungsgeräten handelt es sich um einen Schälpflug-Prototypen ,,Ecomat‘‘ (Entwicklung: Kverneland), ein neuentwickeltes Dammkultursystem (Entwickler: Julian Turiel-Major) und einen konventionellen Dreischarwendepflug. Hinsichtlich einer umweltschonenden und effizienten Bodennutzung im Ökologischen Landbau sollen die Auswirkungen der verschiedenen Bodenbearbeitungssysteme unter verschiedenen Kulturen und in der Gesamtfruchtfolge erfasst werden. Die Untersuchungen erstrecken sich auf pflanzenbauliche, bodenökologische und ökonomische Zusammenhänge.

Projektdauer: Oktober 2002 - 2005
Dieses Projekt  wurde von 2002 bis 2003 von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gefördert.
Ganzjährige Freilandhaltung von Mastschweinen als Fruchtfolgeglied in der Ökologischen Landwirtschaft.
Projekt im Bundesprogramm Ökologischer Landbau. Bodenkundliches Begleitprogramm. (SUNDRUM / BRANDT ).

In dem interdisziplinären Forschungsvorhaben sollen wesentliche Voraussetzungen für die Etablierung einer ganzjährigen Freilandhaltung von Mastschweinen geprüft werden. Die bodenkundlichen Aspekte umfassen die Nährstoffaus-,  -einträge und -verluste sowie die Auswirkungen auf die Bodenstruktur.

Laufzeit: 2002-2003
Bodenveränderungen durch Freilandhaltung von Schweinen.
(BRANDT, M., LEHMANN, B. und WILDHAGEN, H.)

Mit zunehmender Bedeutung artgerechter Tierhaltung wird die "Freilandhaltung von Mastschweinen" verstärkt propagiert. Das Fachgebiet Bodenkunde untersucht in diesem Projekt die Auswirkungen des Verfahrens auf bodenphysikalische und -chemische Parameter. Die bodenkundlichen Untersuchungsergebnisse sollen eine ökonomische Bewertung des Verfahrens erlauben und zu einer Reduzierung von Bodenbelastungen durch eine Anpassung des Verfahrens beitragen. 

Beeinflussung der Grundwasserqualität mit N, K, P, Na, DOC, TOC, AOX, Zn, Cu und Ni bei langfristiger Anwendung von Bioabfallkompost und Klärschlamm
(ROST, U.)

Zur Abschätzung der Grundwassergefährdung werden mittels Saugkerzen, Dränagen und Unterflurblechen die Stoffausträge aus der Wurzelzone verschiedener Böden erfasst. Um Langzeitwirkungen der Anwendung von Klärschlamm und Bioabfallkompost zu erfassen, werden vorhandene Langzeitversuche genutzt. Auch ungünstige Verhältnisse werden durch die Simulation von Starkregenereignissen unmittelbar nach der Anwendung auf durchlässigen Böden und bei einem hohen Makroporenfluss berücksichtigt. Aus den Ergebnissen sollen Empfehlungen für eine ordnungsgemäße, grundwasserschonende Anwendung von Klärschlamm und Bioabfallkompost entwickelt werden. Das Projekt ist Teil eines Verbundprojektes der ATW, DVGW und DVWK und wird in Zusammenarbeit mit der LUFA Speyer und der HLVA Kassel durchgeführt. 

Projektdauer: 07/99 - 2003
Regulierung von Bodenerosion und Virusvektoren durch Strohmulchauflagen in Dammkulturen des Ökologischen Landbaus
( BRANDT, M. und SAUCKE, H. )

Zur Verminderung der Bodenerosion durch Wasser wird in der landwirtschaftlichen Praxis häufig gehäckseltes Stroh als Mulchschicht auf den Boden gebracht. In Dammkulturen wie Kartoffeln und Möhren findet dieses Verfahren jedoch kaum Anwendung. Die erosionsmindernde Wirkung von Strohmulch in unterschiedlichen Anwendungen auf die Verminderung der Bodenerosion wird mit Regensimulation gemessen und bewertet.

Projektdauer: 2001 - 2002

Aufbereitung und Düngewirkung von Biogasrückständen im Ökologischen Landbau zur Qualitätsverbesserung pflanzlicher Produkte und Reduzierung von N-Emissionen
( BRANDT, M. und STÜLPNAGEL, R. )

In Feld- und Gefäßversuchen werden unfermentierte Rindergülle und Rindergülle aus Biogasanlagen in ihrer Ertrags- und Qualitätswirkung zu Weizen geprüft. Des weiteren wird die Rindergülle mit Presssaft (Maissilage) angesäuert, um Stickstoffverluste in Form von Ammoniakemissionen zu reduzieren.

Projektdauer: 2001 - 2002

Die Integration von Naturschutzzielen in den Ökologischen Landbau – am Beispiel der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen
- Voruntersuchung –
Teilprojekt B 2.1) Natürliche Grundlagen: Geologie, Boden
(BRANDT, M. und WILDHAGEN, H.)

Für die Bearbeitung ökologisch relevanter Fragestellung nimmt die Erfassung der Bodenverhältnisse eine Schlüsselrolle ein.
An ausgesuchten Flächen werden nach Anlage von Leitprofilen die Böden im 50 m Raster kartiert. Diese Kartierung erfolgt mit einem 1 m tiefen Bohrstock nach der Kartieranleitung (4. Auflage). Die Kartierprotokolle werden anschließend in eine Bodendatenbank eingegeben und im GIS ausgewertet.

Folgende Parameter werden bei der Flächenkartierung erfasst:

Titeldaten (Krüger-Gauss Koordinaten, Höhenangaben)
Horizontbezogende Daten (Grenzen, Symbole, Humusgehalt, Carbonatgehalt, Hydromorphiemerkmale, Substratmerkmale)
Profilkennzeichnung (Bodentyp)

Projektpartner: Fachgebiet Futterbau und Grünlandökologie (Spatz, Fricke)

Projektdauer:  März 2001 –  2002

Die Integration von Naturschutzzielen in den Ökologischen Landbau – am Beispiel der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen
- Voruntersuchung –
Teilprojekt B 2.2) Anorganische Indikatoren: Charakterisierung Sickerwasserchemie / Drainagen, Ident. Leitparameter, Wasserhaushalt
- Wasserhaushalt und anorganische Indikatoren -
(BRANDT, M. und WILDHAGEN, H.)

Da wesentliche, auch naturschutzrelevante Steuergrößen von Ökosystemen über den Stoffhaushalt geregelt werden, soll dieser in überschlägiger Form charakterisiert werden. Hieraus sollen mögliche Empfehlungen für zukünftige Bewirtschaftung und z. B. Schlageinteilung abgeleitet werden.
Das vorhandene Drainagesystem soll zur Charakterisierung der Sickerwasserchemie genutzt werden, um u. a. die Stoffflüsse aus den Wirtschaftsflächen in die Fließgewässer charakterisieren zu können. Hierzu werden die Intensitätsparameter wie pH, Leitfähigkeit, Ca, Mg, K, Na, Mn, Fe, Cd, Pb, Cu, Zn (Cr, Co, Ni), NO3-, SO 4 2-, Cl-, in den Drainageausflüssen untersucht. Um Stoffbilanzen erstellen zu können, müssen Grobabschätzungen zum Wasserhaushalt erstellt werden. 

Projektpartner: Fachgebiet Landschaftsökologie (FB 13) (Mayer, Godt)

Laufzeit: März 2001 –  2002                                                                                                                                                                                        

Untersuchungen der Rekal-Abdeckung der Kalirückstandshalde Sigmundshall in Bokeloh
(WOEHLER, VOLKO)

Im Rahmen von Rekultivierungsmaßnahmen auf einer Kalirückstandshalde wird in einem Laborversuch das Verhalten des aufzuhaldenden Substrates untersucht. Das Substrat stammt aus der Rezyklierung von Aluminium und besteht zu 30-40 % aus Salz und zu 60-70 % aus Aluminiumoxid mit Beimengungen. Die Untersuchungen finden in Laborlysimetern (je 600 l) statt. Dabei werden diverse chemische und physikalische Parameter erfaßt. 
Ziel des Projektes ist es, den Prozess der Entsalzung und des anschliessenden Verhaltens zu beschreiben und die Wirkungen in bezug auf die Begrünbarkeit der Halde und die Umweltverträglichkeit zu untersuchen. 

Projektdauer: 11/95 - 09/99 

Erfassung von Landnutzung und Standortparametern mit nachfolgender Geländeanalyse unter Verwendung eines GIS als Basis einer standortangepassten Landnutzungsplanung zur Erhaltung der Kulturlandschaft in einem landwirtschaftlich benachteiligten Gebiet.
(BRANDT, M. und H. WILDHAGEN)

In diesem Projekt geht es um die Ermittlung von Standortvoraussetzungen für eine geeignete Nutzung. Dabei sollen Umweltbelastungen, die aus einer bestimmten Nutzung resultieren, erarbeitet werden, um für weitere Planungen ein Nutzungskonzept zu erstellen. Vorhandene Daten zu den geologischen Formationen und aus den Bodenschätzungen sollen in ein Geo-Informationssystem übertragen werden und durch erhobene Daten aus dem Gelände sowie Analysendaten ergänzt werden. Das Ziel ist die Errechnung der Erosionsgefährdung in Abhängigkeit von der Landnutzung. Weiterhin wird die Nährstoffversorgung der Böden erfasst, um so die Nährstoffaustragsgefährdung errechnen zu können. 

Projektdauer: 01/1997 - 12/1998 

Produktionsintegrierte Grünguthäcksel-Anwendung auf erosionsgefährdeten Böden.
(BRANDT, MICHAEL)

Die Anwendung von Grünguthäcksel, welches bei der Baum- und Strauchschnittsammlung der Kommunen anfällt, wird auf landwirtschaftlich genutzten Flächen vor oder während des Wachstums der Feldfrüchte ausgebracht, um insbesondere die Bodenerosion zu vermindern. Mit einem Regensimulator werden Oberflächen- und Bodenpartikel-Abfluss bestimmt, darüber hinaus werden die Einträge durch Grünguthäcksel an Nährstoffen (N, P, K, Mg) und an Schadstoffen (Schwermetalle) gemessen sowie bodenphysikalische Parameter (Aggregatstabilität, Oberflächenverkrustung, Porenvolumen, Porenverteilung, Infiltration) in praxisnahen Feldversuchen ermittelt. 

Projektdauer: 1994-1997 
Dieses Projekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. 


  Copyright ©Fachgebiet Bodenkunde
  Editor: Marion Höck
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